
Mit der Aufnahme des äußeren Stockholmer Schärenmeers in Schwedens ersten Meeresnationalpark in der Ostsee setzt dies neue Maßstäbe für das Erleben unserer einzigartigen Küstenlandschaft. Das Nämdö-Archipel, das 2025/2026 zum Nationalpark erklärt wurde, ist ein weitläufiges Gebiet mit über 1.300 Inseln, Inselchen und Schären, von denen rund 97 Prozent vom Meer bedeckt sind. Hier erwarten Sie mächtige Granitfelsen, windgepeitschte Kiefern, eine vielfältige Vogelwelt und eine jahrhundertealte Kulturgeschichte.
Doch was braucht es wirklich, um diese Küstenwildnis optimal zu erleben? Das Meer und die vorgelagerten Schären stellen ganz andere Anforderungen an Ausrüstung und Planung als eine Waldwanderung auf dem Festland. Das Wetter kann sich innerhalb von Minuten ändern, die Entfernungen zum nächsten Geschäft sind groß und die Anreise mit dem Boot ist unerlässlich. In diesem Reiseführer finden Sie alles Wissenswerte für Ihren Besuch in Schwedens jüngstem Nationalpark.
Wie man in Schwedens neuesten Meeresnationalpark gelangt
Da der Nämdö-Archipel weit draußen im Meer liegt, ist er nicht mit dem Auto oder Fahrrad erreichbar. Eine Bootsfahrt ist unerlässlich, egal ob Sie ein reguläres Ausflugsboot oder Ihr eigenes Boot und Kajak wählen.
Die gängigste Ausgangsbasis für Reisende mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist die Fahrt mit dem SL-Bus 433 oder 434 von Slussen zum Winterhafen Stavsnäs. Von dort aus kann man eines der angeschlossenen Ausflugsboote besteigen, beispielsweise die Bullerölinjen, die in der Hauptsaison zwischen Bullerö und Rågskär verkehrt.
Wer mit dem eigenen Boot oder Seekajak unterwegs ist, sollte unbedingt die Seekarte und den Wetterbericht im Auge behalten. Die äußeren Schären bieten fantastische Möglichkeiten zum Paddeln und Bootfahren, doch das offene Meer erfordert Erfahrung und die richtige Sicherheitsausrüstung.
Bullerö – Das historische Herzstück und Zentrum des Nationalparks
Bullerö ist der Haupteingang und das natürliche Zentrum des Nationalparks. Diese ikonische Insel bietet eine perfekte Mischung aus herrlicher Natur und faszinierender Kulturgeschichte.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die Insel stark von dem Künstler Bruno Liljefors geprägt, der sie als Atelier und Jagdrevier nutzte. Sein altes Jagdschloss dient heute als beliebtes Museum, in dem Besucher die Geschichte hautnah erleben können. Später gelangte das Anwesen in den Besitz des Finanziers Torsten Kreuger, der die Gebäude und Traditionen der Insel weiter prägte. Die Geschichte ab dem 13. Jahrhundert belegt, dass die Menschen seit Jahrhunderten von und mit dieser anspruchsvollen Schärenlandschaft leben.
In Bullerö finden Sie außerdem den am besten ausgebauten Servicebereich des Parks:
- Gästehaus und Raststätte: Eine gemütliche Raststätte, die ganzjährig geöffnet ist und in der mitgebrachte Speisen zubereitet werden können, sowie ein Gästehaus im Dorf während der Hochsaison.
- Sauna und Schwimmen: Eine holzbefeuerte Sauna, die der Öffentlichkeit zugänglich ist, und schöne Bademöglichkeiten am Strand von Zarah.
- Wanderwege: Hier gibt es mehrere schöne Möglichkeiten, wie zum Beispiel die historische Brunos-Runde , den kurzen und einfachen Kostigen , sowie anspruchsvollere Touren wie den Bullerö Runt (ca. 3 km) und den Sydudden Runt , die Sie auf die sonnenbeschienenen Klippen führen.

Rågskär und Långviksskär – Ausflug zu den wildesten Außenposten des äußeren Archipels
Wer noch weiter von der Zivilisation weg will, findet in den abgelegeneren Juwelen des Nationalparks etwas Abgeschiedeneres.
Roggenkar
Rågskär ist eine der Hauptinseln des Parks und bietet ein ursprünglicheres, raueres Schärenflair. Hier befindet sich ein gut erhaltenes Schärenhaus, das unter Denkmalschutz steht. Die Insel bietet nicht das breite Serviceangebot von Bullerön und ist daher ein ideales Reiseziel für alle, die absolute Ruhe und die Nähe zum Meer suchen.
Långvikskär
Långviksskär war einst ein wertvolles Naturschutzgebiet und bildet heute einen zentralen Teil des Nationalparks (wo ein kleinerer Teil weiterhin als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist). Das Gebiet ist geprägt von flachen Buchten und Spuren aus der Vergangenheit, darunter auch Überreste aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Tier- und Vogelwelt ist hier außerordentlich vielfältig, weshalb einige Gewässer und Inseln während sensibler Brutzeiten gesperrt sein können.

Packen Sie passend für die Bedingungen des äußeren Archipels: Wind, Regen und Sonne
Eine Grundregel im Archipel lautet: Das Wetter bestimmt die Bedingungen. Sonnenschein kann innerhalb einer halben Stunde einem starken Oststurm und peitschender See weichen. Daher ist es entscheidend, clever und funktional statt schwer zu packen.
Für Tagesausflüge oder mehrtägige Abenteuer empfehlen wir einen zuverlässigen und bequemen Tagesrucksack , der die wichtigsten Dinge aufnehmen kann. Hier sind die wichtigsten Ausrüstungsdetails für das Nämdö-Archipel:
- Windjacke und Regenkleidung: Die äußeren Schären sind fast immer dem Wind ausgesetzt. Eine gute Windjacke schützt vor Kälte auf den Pisten, und angemessene Regenkleidung ist unerlässlich, wenn die Gischt über das Geländer spritzt.
- Fernglas: Angesichts Tausender Inseln und einer reichen Vielfalt an Seevögeln und Robben ist ein leichtes und handliches Fernglas ein Muss in Ihrem Gepäck, um die Tierwelt und die Natur in vollen Zügen genießen zu können, ohne sie zu stören.
- Sonnenschutz und Hut: Auf den blanken Granitplatten gibt es an sonnigen Sommertagen kaum Schatten. Sonnenbrille, Sonnenschutzmittel und Hut sind daher genauso wichtig wie eine wetterfeste Jacke.

Praktische Tipps und Regeln für den Besuch
Die Tatsache, dass der Nämdö-Archipel zum Nationalpark erklärt wurde, bedeutet, dass die Regeln darauf ausgelegt sind, die empfindliche Meeresumwelt für die Zukunft zu schützen. Das Recht auf öffentlichen Zugang funktioniert hier etwas anders:
- Kein Trinkwasser auf den Inseln: Im Nationalpark gibt es keinen kommerziellen Verkauf von Lebensmitteln oder Wasser. Sie müssen Ihr gesamtes benötigtes Trinkwasser für Ihren Aufenthalt selbst mitbringen.
- Feuer: Feuer sind nur in vorbereiteten Feuerstellen oder auf Grills mit Knochen erlaubt. Feuer direkt auf brüchigen Felsvorsprüngen sind strengstens verboten.
- Camping: Zelten ist in ausgewiesenen Bereichen möglich, zum Beispiel auf Bullerö. Bitte beachten Sie jedoch, dass Sie die Verweildauer am selben Ort begrenzen sollten, um das Land zu schonen.
- Geschwindigkeitsbegrenzungen: Wenn Sie mit Ihrem eigenen Boot unterwegs sind, gilt in weiten Teilen des Parks eine Höchstgeschwindigkeit von 5 Knoten innerhalb von 100 Metern vom Land, um Wellengang und Erosion zu reduzieren.
- Drohnen: Drohnenflüge sind im Nationalpark nicht gestattet, um die empfindliche Vogel- und Tierwelt zu schützen.
Bevor Sie sich auf den Weg zum Horizont machen, empfehlen wir Ihnen, in unserem Blogarchiv in unseren anderen Ratgebern nach Inspirationen für Outdoor-Aktivitäten und Ausrüstung zu stöbern. Mit der richtigen Vorbereitung, einem gut gepackten Rucksack und Respekt vor der Natur erwartet Sie ein unvergessliches Erlebnis in Schwedens neuestem Schärenparadies.
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