
Alanya wird oft mit weitläufigen Stränden, erfrischenden Drinks am Pool und einem pulsierenden Nachtleben in Verbindung gebracht. Doch wer bereit ist, die Sonnenliegen zu verlassen und nach Norden in Richtung des mächtigen Taurusgebirges zu blicken, dem eröffnet sich eine völlig andere Welt.
Am 6. Juli tauschte ich die Ruhe am Strand gegen einen Tag mit staubigen Straßen, eiskaltem Bergwasser und so mancher unerwarteten Wasserschlacht. Mein Ziel war der Sapadere-Canyon, eines der spektakulärsten Naturerlebnisse der Region, und die Fahrt dorthin war mindestens genauso unvergesslich wie der Canyon selbst.
Jeep-Safari: Mehr als nur Transport
Das Abenteuer begann früh am Morgen, als wir in offenen Jeeps abgeholt wurden. Eine Jeepfahrt durch die Berge ist nicht nur eine Möglichkeit, von A nach B zu gelangen; sie ist ein geselliges Erlebnis. Mir wurde schnell klar, dass man keine Angst davor haben sollte, nass zu werden.
Eine organisierte (und bei 35 Grad Hitze sehr willkommene) Wasserschlacht entbrannte zwischen den Jeeps im Konvoi. Mit Wasserflaschen und großen Eimern als Waffen bespritzten wir uns gegenseitig auf den kurvenreichen Bergstraßen. Diese spielerische Seite des Tourismus hier stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Gruppe, noch bevor wir den Fuß der Berge erreicht hatten.
Die Straße schlängelt sich steil bergauf, und hier beginnt man, die Dimensionen der Gegend zu begreifen. Die Berge sind nicht nur groß, sondern steil, schroff und atemberaubend. Als Wanderer kann man beim Blick aus dem Jeep kaum anders, als schon Routen im Kopf zu planen.
Die Kälte im Inneren des Berges: Cüceler Mağarası
Bevor wir den Canyon erreichten, machten wir Halt an einer Höhle, die von den Einheimischen Cüceler Mağarası (Zwergenhöhle) genannt wird. Die Höhle bildet einen faszinierenden Kontrast zur gleißenden Sonne draußen. Sobald man durch den schmalen Eingang tritt, sinkt die Temperatur rapide.
Die Höhle ist voller Stalaktiten und Stalagmiten in vielfältigen Formationen, die von farbigem Licht erhellt werden und ihr eine fast außerweltliche Atmosphäre verleihen. Sie erinnert uns daran, wie die Natur seit Millionen von Jahren wirkt, weit unter den Wegen, die wir normalerweise beschreiten. Wenn Sie die Höhle besuchen, nehmen Sie sich einen Moment Zeit, um innezuhalten und die feuchte, kühle Luft zu spüren – die perfekte Erholung für einen Körper, der in der türkischen Sommersonne gesessen hat.
Sapadere Canyon: Eine Oase aus Wald und Wasser
Am Sapadere-Canyon angekommen, bietet sich Ihnen ein beeindruckender Anblick. Ein gut gebauter Holzsteg erstreckt sich etwa 750 Meter tief in die Schlucht hinein und ist direkt an den senkrechten Felswänden befestigt. Dadurch ist der Canyon für die meisten Menschen zugänglich, obwohl das umliegende Gelände extrem anspruchsvoll ist.
Während man die Holzrampe entlanggeht, hat man das tosende Wasser unter sich. Hier und da führen Stufen hinunter zu natürlichen Becken, die von den Wasserfällen gebildet werden.
Hier kam die wahre Bewährungsprobe: das Schwimmen. Das Wasser in Sapadère ist selten wärmer als 10–12 Grad, egal wie warm die Luft ist. Es ist, gelinde gesagt, ein ziemlich kaltes Bad. Aber das Gefühl, wenn man ins kristallklare Wasser steigt und kleine Fische um die Füße schwimmen sieht, ist unbeschreiblich. Es ist sauber, frisch und so weit weg vom Trubel des Hotelpools, wie man es sich nur vorstellen kann. Die Fische in den Becken sind nicht scheu; sie scheinen genauso neugierig auf uns zu sein wie wir auf sie.
Ausrüstung für einen Tag im Taurusgebirge
Auch wenn es sich hier nicht um eine mehrtägige Wanderung in Sarek handelt, verdient die Natur des Taurusgebirges Respekt. Hier sind meine Tipps, was Sie für eine ähnliche Tour mitnehmen sollten:
- Schuhe mit gutem Profil: Flip-Flops sind ungeeignet. Selbst Holzrampen können durch Spritzwasser nass und rutschig sein. Leichte Wanderschuhe oder robuste Sandalen mit Gummisohle sind daher vorzuziehen.
- Flüssigkeitszufuhr: Die Sonne in den Bergen ist sehr stark. Wir empfehlen daher stets, eine große Wasserflasche mitzunehmen.
- Schutz vor den Elementen: Ein guter Sonnenhut und Sonnencreme sind unerlässlich. Denken Sie aber auch an die Temperaturschwankungen. In der Höhle und tief in der Schlucht kann es kühl werden.
- Anmerkung: Wir sprechen bei HikingStore häufig über Isolierung und Wärme, beispielsweise in unserem ausführlichen Ratgeber zu Daunenschlafsäcken . Auch wenn man bei 35 Grad keinen Daunenschlafsack benötigt, bleibt das Prinzip dasselbe: Zu verstehen, wie der eigene Körper auf Temperaturveränderungen reagiert, ist entscheidend für ein angenehmes Schlaferlebnis.

Für alle, die das Gelände abseits der asphaltierten Rampen erkunden möchten, sind leichte Wanderstöcke, wie diese von Naturehike, im steilen und felsigen Gelände des Taurusgebirges Gold wert.
Warum den Strand verlassen?
Viele fragen mich, ob es sich wirklich lohnt, einen Urlaubstag in einem Jeep zu verbringen und sich mit Wasser bespritzen zu lassen. Meine Antwort ist ein klares Ja.
Naturerlebnisse wie im Sapadere Kanyonu erweitern den Horizont. Man sieht die gewaltigen Kräfte, die die Landschaft geformt haben, und spürt die wilde Seite eines Landes, das oft nur mit „Sonne und Schwimmen“ in Verbindung gebracht wird. Die steilen Berge der Region bieten ein visuelles Drama, das einem völlig entgeht, wenn man an der Küste bleibt.
Wenn man am Ende der Schlucht vor dem letzten, gewaltigen Wasserfall steht, dessen massive Felswände sich Hunderte von Metern in den Himmel erheben, erscheinen die Sorgen des Alltags plötzlich ganz klein. Genau das macht den Reiz einer Tour aus – sei es eine anspruchsvolle Wanderung oder ein geführter Tagesausflug.
Zusammenfassung: Die Balance zwischen Abenteuer und Erholung
Die beste Ausrüstung ist die, die man auch tatsächlich benutzt. Für einen Tagesausflug nach Sapadere braucht man keinen 70-Liter-Rucksack, aber man sollte offen für Neues sein und bereit, etwas nass und staubig zu werden.
Ausgewogenheit ist wichtig. Nach einem Tag mit eiskalten Bädern und holprigen Bergstraßen schmeckt das Abendessen unten in Alanya umso besser. Gerade in den Kontrasten entstehen die schönsten Reiseerinnerungen.
Waren Sie schon einmal in Sapadere oder haben Sie das Taurusgebirge auf eigene Faust erkundet? Teilen Sie Ihre Erfahrungen mit uns!
/ Anders, HikingStore
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