Radfahren um den Westsee – Marco Polos See bei 40 Grad Hitze

|21/07, 2026

Radfahren am Westsee in Hangzhou mit Pagoden im Hintergrund unter gleißender Sonne

Als Marco Polo im 13. Jahrhundert Hangzhou besuchte, nannte er die Stadt „Kinsay“ und beschrieb sie als die schönste und prächtigste Stadt der Welt. Er schrieb von Steinbrücken, breiten Straßen und dem spiegelglatten Westsee.

Als ich vor einigen Jahren dort war, konnte ich seiner Beschreibung kaum widersprechen, aber ein Detail hatte Marco vergessen zu erwähnen: die unerbittliche Sommerhitze.

Dies ist die Geschichte eines Tages, an dem das Thermometer auf fast 40 Grad kletterte, und wie eine einfache Fahrradtour um einen der berühmtesten Seen der Welt zu einer Lektion in Ausdauer, Flüssigkeitsmanagement und der Bedeutung der richtigen Ausrüstung wurde.

Ein Schmelztiegel der Geschichte und Feuchtigkeit

Wir erwachten zu einem Tag, der sich schon beim Frühstück schwer anfühlte. In Hangzhou ist die Sommerhitze nicht nur eine Frage der Temperaturanzeige; es ist die Luftfeuchtigkeit, die jeden Atemzug wie das Einatmen von warmem Wasser in die Lungen wirken lässt. Aber wir hatten uns entschieden. Wir würden den See besuchen, und zwar vom Sattel aus.

Der Plan war einfach: eine Rundwanderung um den Westsee, etwa 12–15 Kilometer lang, je nachdem, wie nah man am Wasser bleibt. Der See ist das Herz von Hangzhou, umgeben von Bergen auf drei Seiten und der Stadt selbst auf der vierten. Er ist ein Ort, der seit Jahrtausenden Dichter und Kaiser inspiriert hat.

Blick auf den Westsee mit Hunderten von Booten und dunstiger Hitze

Pagoden und riesige Seerosen

Als wir am Seeufer entlangfuhren, war das Wasser voller Boote. Alte Holzschaluppen mischten sich mit moderneren Touristenbooten, alle vollbesetzt mit Menschen, die nach einer Brise suchten, die es nicht gab. In den ruhigeren Buchten bot sich uns ein Meer aus Grün – die riesigen Victoria-Lilien bedeckten die Wasseroberfläche wie große grüne Teller. Es war ein surrealer Anblick; manche Blätter waren so groß, dass sie das Gewicht eines Kindes tragen konnten, obwohl ich das mitten im chinesischen Sommer nicht empfehlen würde.

Weiter entfernt, auf einem Hügel mit Blick auf das Südufer, erhob sich die mächtige Leifeng-Pagode. Die ursprüngliche Pagode stürzte 1924 ein, doch der heutige Wiederaufbau aus Kupfer und Stein erinnert an die reiche Geschichte der Stadt. Sie vor dem dunstigen, sonnengebleichten Himmel zu betrachten, war wie eine Radtour durch ein klassisches chinesisches Tuschegemälde.

Nahaufnahme von riesigen Victoria-Seerosen im Westsee

Wenn technische Geräte zur Lebensader werden

Bei 35 Grad Celsius fängt der Körper an zu protestieren. Bei 40 Grad Celsius entscheidet die Kleidung darüber, ob man überhaupt weitermachen kann. Hier wird der Unterschied zwischen einem normalen Baumwollhemd und funktioneller Funktionskleidung schmerzlich deutlich. In Baumwolle wird man schnell nass, schwer und unangenehm kalt, sobald man anhält – oder der Stoff klebt an der Haut und verhindert jegliche natürliche Belüftung.

Bei HikingStore sprechen wir oft über die Wahl der richtigen Materialien, und dieser Tag in Hangzhou war der ultimative Test. Ein Shirt mit hoher Atmungsaktivität und integriertem UV-Schutz ist nicht nur ein nettes Extra, sondern schützt vor einem Hitzschlag.

Diagramm der Textiltechnologie mit UV-Schutz und Feuchtigkeitstransport

Es geht um die richtige Balance. Wie wir in unserem Ratgeber zu Daunen für kalte Nächte erläutern, dreht sich bei Sommerkleidung alles um die Regulierung der Körpertemperatur unter Belastung. Wofür ist das Produkt eigentlich ausgelegt? Bei 40 Grad Hitze lautet die Antwort: maximale Luftzirkulation.

Die Rettungsaktion in der Stadt

Nach ein paar Stunden in der Hitze am See mussten wir dem Hunger und dem Bedürfnis nach Abkühlung nachgeben. Wir lenkten unsere Fahrräder in Richtung Stadtzentrum von Hangzhou und fanden ein Restaurant, das den wertvollsten Luxus im Juli in China bot: Klimaanlage.

Dort zu sitzen, mit einem Teller regionaler Spezialitäten, und zu spüren, wie die Körpertemperatur langsam sank, war der absolute Höhepunkt des Tages. Eine wichtige Lektion für alle Abenteurer – egal ob beim Wandern in den schwedischen Bergen oder beim Radfahren in China: Kenne deine Grenzen. Die Natur (oder das Wetter) setzt sich immer durch, wenn man versucht, ohne Pause weiterzumachen.

Eine letzte Herausforderung

Das Absurdeste an diesem Tag? Als wir nach der Radtour ins Hotel zurückkamen, war ich nicht zufrieden. Ich hatte noch Energie übrig, oder vielleicht war es nur die kurzzeitige Kühle vom Mittagessen, die mir ein falsches Gefühl der Unbesiegbarkeit vermittelte. Ich schnürte meine Laufschuhe und drehte die gleiche Runde noch einmal – diesmal laufend. Insgesamt waren es fast 20 Kilometer in der Nachmittagshitze.

War es logisch? Nein. War es eine gute Möglichkeit, die eigene Ausdauer zu testen? Absolut. Aber es hat nur unterstrichen, was ich unseren Kunden bei HikingStore immer sage: Die Ausrüstung ist das Mittel zum Zweck, aber die eigene Vorbereitung und der Respekt vor den Elementen sind das Ziel.

Zusammenfassung

Der Westsee ist magisch, und ich verstehe, warum Marco Polo so begeistert war. Ihn bei 40 Grad mit dem Fahrrad zu erleben, erfordert jedoch mehr als nur einen Fahrradverleih. Man braucht Wasser, die richtige Kleidung und die Fähigkeit, bei Bedarf anzuhalten.

Planen Sie Abenteuer bei extremen Temperaturen? Dann schauen Sie sich unsere Auswahl an leichten Rucksäcken mit Belüftungssystemen an. Gerade bei starker Sonneneinstrahlung ist es wichtig, den Rücken trocken zu halten.

Belüftetes Rucksacktragesystem, das die Schweißbildung bei heißen Wanderungen reduziert.

Haben Sie schon einmal ein Abenteuer erlebt, bei dem das Wetter Ihr größter Feind war? Erzählen Sie uns davon – wir lieben es, von Reisen zu hören, die Mensch und Maschine gleichermaßen etwas mehr abverlangen.

Mit freundlichen Grüßen, Anders Mickelsson Gründer, HikingStore