
Ende Oktober kann eine schwedische Wanderung auf nassem Untergrund beginnen und in Schnee, Eis und starkem Wind enden. Zu dieser Jahreszeit muss Ihre Ausrüstung mehr leisten als nur die Wettervorhersage. Leichtes Gepäck ist zwar gut, aber nicht, wenn Sie in den Pausen frieren oder nach einer Nacht auf gefrorenem Boden durchgefroren aufwachen.
Beginnen Sie mit den Dingen, deren Versagen die größten Folgen hätte: Kleidung, die Sie warm und trocken hält, Ihr Schlafsystem und Ihr Wetterschutz. Ergänzen Sie die Ausrüstung dann um Dinge, die Ihnen bei der Fortbewegung, Orientierung und beim sicheren Kochen helfen. Welchen Bedingungen muss die Ausrüstung tatsächlich standhalten – einer kurzen Tageswanderung auf einem Waldweg oder mehreren Nächten im Gebirge?
Kleide dich in Schichten – und bleibe trocken
Beim Gehen produziert der Körper Wärme. Beim Anhalten verdunstet diese schnell, besonders bei windigem und feuchtem Wetter. Kleiden Sie sich daher so, dass Sie Ihre Kleidungsschichten anpassen können, bevor Sie schwitzen oder frieren.
Direkt auf der Haut eignet sich eine Basisschicht aus Merinowolle oder Kunstfasern. Merinowolle bietet oft auch über lange Tage hinweg ein angenehmes Tragegefühl und ist ideal für mehrtägiges Tragen. Vermeiden Sie Baumwolle direkt auf der Haut: Sie speichert Feuchtigkeit und wird im nassen Zustand kalt. Öffnen Sie beim Bergaufgehen Ihre Jacke oder ziehen Sie eine Zwischenschicht aus, um Schweißbildung zu vermeiden.
Eine Fleece- oder Wolljacke als Zwischenschicht hilft, die Wärme zu speichern. Halten Sie außerdem eine isolierende Jacke für Pausen und beim Campen griffbereit. Sie sollte sich beim Anhalten leicht anziehen lassen und nicht erst ganz unten im Rucksack verstaut werden. Die Außenschicht sollte vor Wind und Niederschlag schützen und gleichzeitig überschüssige Wärme entweichen lassen.
Hände, Kopf und Füße benötigen die gleiche Aufmerksamkeit. Bringen Sie eine Mütze, einen Halswärmer und zusätzliche Handschuhe mit – am besten ein dünneres Paar für Aktivitäten und ein wärmeres Paar zum Stehen. Wählen Sie für das Gelände geeignete Wanderschuhe und Socken, die nicht zu eng im Schuh sitzen. Eine zusätzliche Mütze oder ein Paar trockene Handschuhe wiegen zwar wenig, machen sich aber bei Wetterumschwüngen deutlich bemerkbar.
Das Schlafsystem: Wärme von unten ist genauso wichtig wie der Schlafsack.
Ein warmer Schlafsack kann eine Isomatte, die den Boden auskühlen lässt, nicht ausgleichen. Liegt man auf der Matte, wird die Isolierung des Schlafsacks unter dem Körper zusammengedrückt und spendet dort weniger Wärme. Eine zu dünne Matte kann daher zu Bodenkälte und schlechter Erholung führen, selbst wenn der Schlafsack warm genug erscheint.
Prüfen Sie den Wärmedurchgangskoeffizienten (R-Wert) Ihrer Isomatte und wählen Sie eine passend zur erwarteten Temperatur. Eine für den Winter geeignete aufblasbare Isomatte kann mit einer Schaumstoffmatte kombiniert werden, um zusätzliche Isolation zu gewährleisten und eine Reserve zu haben, falls die aufblasbare Matte beschädigt wird. Achten Sie außerdem darauf, dass die Matte gut passt und Sie bequem darauf schlafen können.

Wählen Sie Ihren Schlafsack anhand der Komforttemperatur und der zu erwartenden kältesten Nachttemperatur, nicht anhand einer Extremtemperatur, die nur unter bestimmten Bedingungen das Überleben beschreibt. Wenn Sie frieren, benötigen Sie einen größeren Temperaturspielraum. Wechseln Sie in trockene Schlafkleidung, sobald Sie das Zelt betreten, und schützen Sie den Schlafsack vor Schnee und Kondenswasser.
Daunen bieten geringes Gewicht und kleines Packmaß, müssen aber vor Feuchtigkeit geschützt werden. Synthetische Materialien sind feuchtigkeitsbeständiger, benötigen jedoch oft mehr Platz für die gleiche Wärmeleistung. In unserem Ratgeber zu Vogeldaunen in Schlafsäcken erklären wir, wie CUIN die Bauschkraft von Daunen beschreibt und warum Füllgewicht und Schlafsackkonstruktion die Wärmeleistung beeinflussen. Das gesamte Schlafsystem – Schlafsack, Baselayer, trockene Kleidung und Zelt – muss optimal aufeinander abgestimmt sein.
Zelte und Küchen müssen den Bedingungen angepasst sein.
Ein Zelt, das an einem milden Herbstwochenende funktioniert, ist nicht automatisch für Schnee, starken Wind oder exponierte Berglagen geeignet. Bei Schneefall und rauem Wetter muss das Zelt für solche Bedingungen ausgelegt sein und sich sicher verankern lassen. Üben Sie den Aufbau vor der Reise. Bei Kälte und Wind ist ein ungetestetes Zelt mehr als nur lästig.
Wähle deinen Zeltplatz sorgfältig: möglichst windgeschützt, aber nicht in einer Senke, in der sich bei Schneeschmelze Wasser sammeln kann. Verteile den Schnee dort, wo das Zelt stehen soll, und beachte die Windrichtung. Belüftung hilft, Kondensation zu reduzieren, macht den Schlafsack aber nicht wasserdicht.

Bei Touren in kalten Regionen müssen Küche und Brennstoff den Temperaturen angepasst sein. Beachten Sie die Anweisungen für Küche und Brennstoff und prüfen Sie vor Reiseantritt die Funktionstüchtigkeit der Ausrüstung bei Kälte. Planen Sie längere Kochzeiten ein und nehmen Sie ausreichend Brennstoff für die gesamte Tour sowie eine angemessene Reserve mit. Benutzen Sie eine Feldküche niemals in einem geschlossenen Zelt: Brand- und Kohlenmonoxidvergiftungsgefahr sind ernsthafte Risiken.

Essen und trinken Sie regelmäßig. Der Körper benötigt Energie, um warm zu bleiben, und Wasser kann gefrieren, wenn es ungeschützt gelagert wird. Eine Thermoskanne oder Isolierflasche erleichtert das Trinken heißer Getränke tagsüber. Die Packliste von STF für Wintercamping enthält weitere Beispiele, wie Schlafsysteme, Kleidung und Verpflegung optimal geplant werden können.
Griffe, Lichter und Navigationsgeräte gehören zur Sicherheitsausrüstung.
Nasses Gestein, harter Schnee und blankes Eis erfordern unterschiedliche Lösungen. Steigeisen und Spikes sind nicht dasselbe: Die Wahl des richtigen Materials hängt vom Untergrund, der Neigung und den Schuhen ab, für die es geeignet ist. Steigeisen für steileres oder schwierigeres Gelände erfordern die richtige Ausrüstung und die Übung in ihrer Anwendung. Bei Unsicherheit über die Bedingungen ist es oft ratsamer, die Route zu ändern, als zu versuchen, alles mit besserem Halt zu lösen.
Mit dem nahenden Winter werden die Tage kürzer. Nehmen Sie eine Stirnlampe mit, überprüfen Sie diese vor Ihrer Abreise und führen Sie Ersatzbatterien mit. Kälte kann die Batterieleistung verringern, bewahren Sie daher Ersatzbatterien griffbereit auf. Karte und Kompass sind unerlässlich, selbst wenn Sie ein Handy oder GPS-Gerät nutzen; Elektronik kann ausfallen und Mobilfunkempfang ist nicht überall gewährleistet.
Für einen Tagesausflug sollten Sie außerdem eine warme Jacke, zusätzliche Handschuhe, Verpflegung, ein Erste-Hilfe-Set und einen Windschutz mitnehmen, falls Sie in Not geraten. Bei Mehrtagestouren empfiehlt sich zusätzlich Wechselkleidung und Reparaturmaterial. Die Ausrüstungsempfehlungen des Mountain Safety Council für die Berge sind ein guter Ausgangspunkt, um die Ausrüstung an die Dauer der Tour und die Gegebenheiten anzupassen.
Bei Wanderungen in bergigem Gelände oder in der Nähe steiler Schneefelder sollten Sie sich stets über die aktuellen Bedingungen informieren. Lawinenwarnungen dienen als Entscheidungsgrundlage in lawinengefährdeten Gebieten, bieten aber keine Garantie für die Sicherheit eines bestimmten Hangs. Meiden Sie steiles, unwegsames Gelände, wenn Ihnen die nötige Ausbildung und Erfahrung fehlen.
Passe dein Packen der Reise an – nicht einem idealisierten Bild.
Eine kurze Wanderung auf einem bekannten Wanderweg erfordert nicht dieselbe Ausrüstung wie eine Übernachtung in den Bergen. Doch selbst eine Tageswanderung kann länger dauern als geplant, wenn sich das Wetter verschlechtert oder das Tempo nachlässt. Prüfen Sie den Wetterbericht, informieren Sie jemanden über Ihr Ziel und Ihre geplante Rückkehrzeit und entscheiden Sie im Voraus, wann Sie umkehren, falls die Bedingungen schlechter werden.
Fragen Sie sich: Welchen Zweck erfüllt jedes Kleidungsstück und jede Ausrüstung? Können Sie sich warm halten, wenn Sie anhalten? Haben Sie ein Schlafsystem, das bei der erwarteten Temperatur funktioniert? Können Sie sich orientieren, wenn die Sichtverhältnisse schlecht sind?
Das Gewicht spielt zwar eine Rolle, aber man sollte nicht auf Wärmeisolation, geringes Gewicht oder erholsamen Schlaf verzichten. Die beste Winterausrüstung ist nicht unbedingt die teuerste oder leichteste. Sie ist diejenige, die zuverlässig funktioniert, wenn man müde wird, die Temperaturen sinken und das Wetter umschlägt.
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